Automatisierter Brust-Ultraschall in 3D-Technik

    Intelligente Bilddarstellung für eine genaue Diagnose

    Die Mammographie zur Früherkennung von Brustkrebs wird Frauen ab dem 40. bis 50. Lebensjahr empfohlen; jüngeren Frauen raten die Ärzte in der Regel zu einer Mammasonographie. Hierfür hält die Abteilung MicroDose der Radiologie Schwabing an der Münchner Freiheit nun ein hochmodernes automatisches 3D Brust-Ultraschallsystem (Invenia Abus) ­bereit – und setzt damit neue Maßstäbe in der dia­gnostischen ­Sicherheit.

    Im Gespräch mit ­TOPFIT zeigt der Münchner Radiologe Dr. Michael Risch die Vorteile des neuen Systems auf und erklärt, welche Frauen besonders von der Untersuchung profitieren.

    Dr. Nicole Schaenzler

    Herr Dr. Risch, was hat Sie dazu bewogen, das neue automatische 3D Brust-Ultraschallsystem in Ihr Leistungsspektrum aufzunehmen?

    Dr. Risch: Das automatische Ultra­schall­system markiert einen technischen Quantensprung, wodurch die Untersuchung der weiblichen Brust mittels Ultraschall einen ganz neuen Stellenwert erhält. Anders als bei der handgeführten Ultra­schalluntersuchung ist der gesamte Ablauf voll automatisiert: von der volumetrischen Abtastung der gesamten Brust durch einen extrem leistungsfähigen Schallkopf bis hin zur Übermittlung der erzeugten Bilder an die Workstation, die eine schnelle Befundung sowie die direkte Speicherung in einem elektronischen Archiv erlaubt. Hinzu kommt der diagnostische Mehrwert durch die dreidimensionale Darstellung der Brust in ihrem kompletten Volumen: So kann die Brust von der Spitze der Brustwarze bis hin zur Brustwand Schicht für Schicht im Detail abgebildet werden. Hierfür wird jeder einzelne Bildpunkt automatisch fokussiert, sodass Bilder mit höchster Gleichförmigkeit und Auflösung entstehen. All diese Faktoren gewährleisten auch bei dichtem Brustgewebe eine hohe Genauigkeit der Diagnose.

    Sind Untersuchung und Befund­erhebung also nun getrennt voneinander möglich?

    Dr. Risch: Genau. Das ist das eigentlich Innovative am 3D Ultraschallsystem. Anders als bei der handgeführten Ultra­schalluntersuchung befunden wir die Brust nun nicht mehr direkt während der Untersuchung am Monitor, sondern in Ruhe an einem separaten Bildschirm. Möglich macht dies eine hochmoderne Technologie: Indem das Aufnahmeverfahren automatisiert mit standardisierten Einstellungen erfolgt, ist eine immer gleiche Aufnahmequalität gewährleistet – unabhängig davon, wer den Ultraschallscan durchführt.

    Können die Aufnahmen auch zu einem späteren Zeitpunkt begutachtet werden?

    Dr. Risch: Selbstverständlich. Die erzeugten Bilder sind stets abrufbar und können so auch für eine ›zweite Meinung‹ oder für Kontrolluntersuchungen herangezogen werden. Damit steht uns nun ein ­ultraschallbasiertes Aufnahmeverfahren zur Verfügung, das erstmals objektive, vom untersuchenden Arzt unabhängige und jederzeit reproduzierbare Ergebnisse liefert.

    Für welche Frauen ist eine Brust-Ultraschalluntersuchung mit diesem System besonders empfehlenswert?

    Dr. Risch: Zum einen bietet sich das Verfahren im Rahmen der Brustkrebsfrüherkennung als Ergänzung zur Mammographie an, etwa wenn eine zuverlässige Beurteilung durch die Mammographie nicht ausreichend gesichert ist, weil das Brustgewebe sehr dicht ist. Aber auch jüngere Frauen, die erst einmal noch keine Mammographie durchführen lassen möchten oder die aufgrund einer genetischen Disposition ein erhöhtes Brustkrebsrisiko haben, profitieren von der automatisierten 3D Brust-Ultraschalluntersuchung: Ihr Brustgewebe ist in der Regel nicht nur dichter, sondern auch strahlenempfindlicher als das älterer Frauen. Mit der Ultra­schalluntersuchung ist jedoch keinerlei Strahlenbelastung verbunden; deshalb ist sie gerade bei jungen Frauen oft die erste Methode, die zur Anwendung kommt.

    Für jüngere Frauen sind oft Schmerzen in der Brust ein Grund, sich untersuchen zu lassen. Reicht zur Abklärung eine Ultraschalluntersuchung aus?

    Dr. Risch: Ist der Befund der 3D Brust-Ultraschalluntersuchung bei einer Frau, die unter 40 Jahre alt ist, unauffällig, sind eine Mammographie und andere ergänzende Untersuchungen im Allgemeinen nicht notwendig. Etwas anderes ist es, wenn die Untersuchung einen unklaren oder verdächtigen Befund ergibt. In diesem Fall sind weiterführende Untersuchungen wie die Doppler-Sonographie und/oder eine ultraschallgestützte Elastographie angezeigt. Die Doppler-Sonographie gibt Auskunft über die Durchblutung des Gewebes und liefert damit wertvolle Zusatzinformationen. Mit der Elastographie können wir gezielt die Elastizität des zu begutachtenden Gewebes messen und farblich darstellen, dies erleichtert die Unterscheidung zwischen gut- und bösartigen Veränderungen. Je nach Ergebnis legt der erfahrene Radiologe fest, ob eine Biopsie notwendig ist oder nicht.

    Lassen sich auch Mikroverkalkungen mittels Ultraschall aufspüren?

    Dr. Risch: Das Aufspüren von Mikrokalk ist klar die Domäne der Mammographie. Fakt ist: Knapp die Hälfte aller bösartigen Tumore der weiblichen Brust fallen in ihrer Vorstufe oder Frühform durch Verkalkungen auf. Wird dann umgehend gehandelt, liegen die Heilungsaussichten bei nahezu 100 Prozent. Wichtig ist, dass die Untersuchung mit modernen Geräten erfolgt. Wir setzen hierfür digitale Mammographiesysteme ein, die trotz geringstmöglicher Strahlenbelastung eine exzellente Bildqualität liefern.

    Zur Person

    Dr. med. Michael Risch ist Facharzt für Radiologie und führt jedes Jahr mehr als 10 000 Mammographien mithilfe digitaler Mammographiesysteme sowie alle weiteren Untersuchungen zur Diagnostik von Veränderungen der weiblichen Brust durch, wie etwa die dynamische MRT sowie sämtliche modernen ultraschallgestützten Untersuchungen von der Doppler-Sonographie oder ­Elastographie bis hin zur neuen automatischen 3D Brust-Ultraschalluntersuchung. Das Zentrum für Microdosis Mammographie ­(Privatpraxis) ist als Microdosis Diagnostik (MDM) Teil des Radiologie-Verbunds radiologicum münchen.

    Nähere Infos: www.radiologicum-muenchen.de

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