Bescheid wissen. Gesund bleiben.

Ästhetisch-Plastische Chirurgie

Klar, zu jedem Sommer und zu jeder körperlichen Aktivität gehört auch Schwitzen. Doch muss es immer gleich so viel sein, dass sich unschöne nasse Flecken unter den Ärmeln bilden? Oder dass ständig Hände und Füße verschwitzt sind? Für alle, die es leid sind, sich immer wieder über feuchtnasses Händeschütteln und unübersehbare Schweißflecken unter den Achseln zu ärgern, gibt es unkomplizierte Lösungen – von Botox bis hin zum fokussierten Ultraschall. Sogar eine krankhafte Überfunktion der Schweißdrüsen kann auf diese Weise behandelt werden, wie die Münchner Fachärzte für Ästhetisch-Plastische Chirurgie Dr. med. Hans-Hermann Wörl und Dr. med. Stefan Schmiedl im Gespräch mit TOPFIT erklären.

von Dr. Nicole Schaenzler

Herr Dr. Wörl, die Deutsche Gesellschaft für Dermatologie empfiehlt in ihren ­Leitlinien bei einer Hyperhidrose eine Behandlung mit Botulinumtoxin. Was ­genau bewirkt die Substanz?

Dr. Wörl: Der Wirkstoff blockiert an den Schweißdrüsen gezielt die Nervenimpulse, die zur Schweißausscheidung notwendig sind, sodass die Schweißattacken gestoppt werden. Das Verfahren ist so effektiv, dass selbst Patienten, die an einer krankhaften Form des übermäßigen Schwitzens leiden, hochzufrieden sind und so meist auf einen operativen Eingriff verzichten können. Da die intrakutane Injektionsbehandlung mit Botulinumtoxin nicht nur sehr wirksam, sondern auch besonders risikoarm ist, bietet sich das Verfahren praktisch für alle Schweregrade des Schwitzens an: von störenden Schweißattacken im Sommer oder beim Sport bis hin zur Hyperhidrose.

Was sind die Ursachen einer Hyperhidrose?

Dr. Schmiedl: Für die primäre Hyperhidrose ist vermutlich eine Fehlregulation des Nervensystems verantwortlich: Durch eine Überaktivität des Sympathikus werden die Schweißdrüsen zu einer vermehrten Schweißabsonderung angeregt. Welche Ursache dieser Fehlregulation zugrunde liegt, ist unklar. Es scheint aber eine erbliche Veranlagung zu bestehen. Meist beginnt eine Hyperhidrose in der Pubertät — und hält dann ein Leben lang an.

Welche Körperpartien lassen sich mit Botox behandeln?

Dr. Wörl: Die Achselhöhlen, Handinnenflächen und Fußsohlen sprechen gut auf Injektionen mit Botulinumtoxin an; auch eine Behandlung der Kopfhaut ist möglich. Nicht geeignet ist das Verfahren, wenn der ganze Körper betroffen ist.

Wie läuft die Behandlung, z. B. zur ­Blockierung von Achselschweiß, ab?

Dr. Schmiedl: Zunächst führen wir im Achselbereich einen einfachen Nynhidrintest durch, um festzustellen, welche Regionen der Achsel behandlungsbedürftig sind. Die Botox-Injektion erfolgt dann flächig in den behaarten Bereich der Achselhöhle. Wie viele Einstiche im Einzelfall erforderlich sind, hängt von der ­Größe des zu behandelnden Areals ab.

Wie lange hält die Wirkung an?

Dr. Wörl: Der Effekt tritt nach etwa zwei Tagen ein und hält bis zu sechs Monate an. Dann haben sich die Nervenendigungen wieder regeneriert, die Schweißbildung tritt erneut auf — und die nächste Behandlung steht an. Wir haben aber die Erfahrung gemacht, dass sich bei wiederholten Botox-Gaben die Wirkungsdauer oft deutlich verlängert.

Wie oft sollte man eine Behandlung durchführen, wenn man nicht direkt von einer ­Hyperhidrose betroffen ist?

Dr. Schmiedl: Wer im Sommer z. B. unschöne Schweißflecken auf der Kleidung vermeiden möchte oder einfach generell ungern schwitzt, für den genügt es meist, sich einmal pro Jahr einer Botox-Therapie zu unterziehen.

Zu den Personen

Die Münchner Fachärzte für Plastische ­Chirur­gie Dr. med. Hans-Her­mann Wörl und Dr. med. Stefan Schmiedl blicken nicht nur auf eine lange Berufstätigkeit zurück, sondern gelten in der Fachwelt auch als »Trendsetter«, die durch Weiterentwicklungen oder innovativen Kombinationen von bewährten und neuen Methoden immer wieder Maßstäbe in der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie setzen. Im Einzelnen umfasst ihr Behandlungsspektrum sämtliche Leistungen der Rekonstruktiven und der Plastisch-Ästhetischen Chirurgie, z. B. alle operativen und (nicht-)operativen Maßnahmen (z. B. Botox und Filler) zur Gesichtsverjüngung, Lidkorrektur, Brustvergrößerung, Brustverkleinerung und Bruststraffung, Fettabsaugung mithilfe der Tumeszenztechnik, Bodylift, Oberarm-, Oberschenkel- und Bauchdeckenstraffung sowie Genitalchirurgie.
Nähere Infos: www.widenmayer16.de

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