Die Badesaison hat begonnen - wenn auch verspätet

    Corona-Pandemie, Folge 3, Juni 2020

    Das Coronavirus hat auch Sport und Vergnügen in öffentlichen Bädern und Seen für viele Wochen unmöglich gemacht. Hallenbäder, Thermen und Wellness-Landschaften mussten schließen, Sommerbäder konnten nicht öffnen, und Strände wurden gesperrt. Wer nicht gerade zu den glücklichen Besitzern eines eigenen Pools gehört, dem war der Spaß im Wasser zunächst einmal gründlich verdorben.

    Aqua-Fitness – Spaß im Wasser

    Von Herbert Schwinghammer

    Dadurch, dass die Einschränkungen, die die Verbreitung des Coronavirus eindämmen sollten und schließlich in Deutschland auch zu deutlich verringerten Infektionszahlen führten,  wieder gelockert wurden, hat sich auch die Lage für Hobby-Schwimmer und Aqua-Fitness-Spezialisten inzwischen wieder entspannt. Tatsächlich konnten inzwischen unter Sicherheitsauflagen ein großer Teil der Sommerbäder eröffnet und Strände wieder freigegeben werden. Im Juli werden, wenn weiterhin alles gut geht, die Hallenbäder und die Thermen folgen. Allerdings: In vielen Bädern bleibt manch eine Wasserattraktion geschlossen, und es muss auf das eine oder andere Angebot erst einmal verzichtet werden.

    Spaß ja, aber anders

    Immerhin: Schwimmen oder Übungen im Wasser zu absolvieren sind grundsätzlich wieder erlaubt. Dass dennoch nicht alles beim Alten ist, wird man aber noch länger hinnehmen müssen. Die Beschränkungen sind natürlich ungewohnt. Dazu gehört, dass in allen Bädern auf die allgemeinen Abstandsregeln geachtet werden muss, indem z. B. immer nur eine bestimmte Anzahl von Gästen in ein Becken darf. Mund- und Nasenbedeckung sind obligatorisch in den Eingangs-, Gastronomie- und Zugangsbereichen zu den Umkleiden. Wie das alles in »Ihrem« Schwimmbad bzw. »Ihrer« Therme im Detail geregelt ist, entnehmen Sie bitte vor Ihrem Besuch dem Internet oder anderen gängigen Infomedien. Übrigens: Es gibt kaum eine Ansteckungsgefahr durch das Wasser selbst! Derzeit besteht in der Fachwelt Konsens, dass eine Infektion mit SARS-CoV-2 durch das Wasser selbst extrem unwahrscheinlich ist. In den Bädern sorgt die normal übliche Desinfektion vor allem mit Chlor für keimfreie Verhältnisse im Wasser. In natürlichen großen Gewässern hat die Menge des vorhandenen Frischwassers einen starken Verdünnungseffekt zur Folge, der die Virusmenge im Wasser auf ein Minimum reduziert und damit ungefährlich macht. Bleibt das Risiko durch Aerosole, das durch Spritzwasser von anderen Menschen durchaus vorhanden ist. Wenn Sie jedoch die Abstandsregeln einhalten, ist auch in diesem Fall eine Ansteckunggefahr sehr gering. 

    Wie steht's mit den Aqua-Kursen?

    In vielen Bädern wird derzeit fieberhaft daran gearbeitet, das Kursprogramm unter Berücksichtigung der Sicherheitsvorgaben wieder zum Laufen zu bringen. Wenn Sie also Aqua-Fitness gern in der Gruppe ausüben, sollten Sie vorab in Erfahrung bringen, wie weit das Bad Ihrer Wahl in dieser Hinsicht vorangekommen ist. Sollte dies noch eine Weile dauern, bietet es sich an, ein eigenes Programm (siehe unten) zu entwicklen, das Sie auch allein regelmäßig durchführen und mit dem Sie gezielt Ihre Ausdauer trainieren können.

    Aqua-Jogging – die ideale Kombination

    Joggen war in den vergangenen Monaten die Ersatzsportart schlechthin – noch nie waren so viele Läufer in Stadt und Land gleichzeitig unterwegs wie zu Zeiten des »Lockdowns«. Nun steht auch das Wasser wieder zur Verfügung, sodass mit Aqua-Jogging eine willkommene Abwechslung ins Sportprogramm gebracht werden kann. Bei 30 Minuten Jogging verbrennt unser Körper etwa 250 Kilokalorien, beim Aqua-Jogging ist es fast das Doppelte, nämlich 400 Kilokalorien. Der Grund: Die Wasserdichte ist viel höher als die Luftdichte; der Widerstand bzw. Druck des Wassers erfordert mehr Energie. Zusätzlich muss der Körper die Wassertemperatur ausgleichen und vernichtet dadurch automatisch Kalorien – also zugleich der ideale Schlankmachersport. Und: Aqua-Jogging ist ein hervorragender Ausgleichssport, der keine Strapazen für die Wirbelsäule, Gelenke und Bänder mit sich bringt und zudem weniger anstrengend ist als normales Joggen. Es gibt zwei Möglichkeiten, im Wasser zu joggen: Entweder joggt man im hüft- oder brusthohen Wasser, wobei die Füße den Boden berühren (Water Running). Oder man trainiert das sogenannte Deep Water Running: Man hat dann keinen Bodenkontakt mehr, sondern ein Auftriebsgürtel sorgt für die nötige Balance im nassen Element. 

    Aquarobic – intensive Gymnastik

    Eine Alternative zum Aqua-Jogging ist Aquarobic – eine intensive Wassergymnastik, die keine komplizierten Bewegungsabfolgen erfordert. Das Wasser macht Übungen wie Beinkreisen, Radfahren, verschiedene Sprünge und Schritte harmonisch und fließend. Die Vorteile: Trotz intensiver Muskelarbeit gibt es keinen Muskelkater. Gelenke, Sehnen und Bänder werden geschont. Und da Wasser eine höhere Dichte hat, trägt es auch schwere Körper.

    ...und einfach schwimmen?

    Wer im Wasser lieber eine Bahn nach der anderen zieht, profitiert ebenfalls von den zahlreichen gesundheitsfördernden Eigenschaften eines Trainings im Wasser. Denn auch Schwimmen fordert den ganzen Körper. Dabei werden nicht nur Ausdauer und Beweglichkeit, sondern auch die Koordination gefördert. Und ebenso werden Gelenke und Wirbelsäule durch den Auftrieb im Wasser spürbar entlastet. Das macht Schwimmen zu einer der gesündesten Sportarten überhaupt, die man zudem bis ins hohe Alter ausüben kann. Hinzu kommt, dass Dauer, Geschwindigkeit und Intensität der körperlichen Betätigung im Schwimmbecken bzw. See jederzeit so bestimmt werden kann, wie es individuell gerade richtig ist. Wobei die wichtigste Vorgabe immer sein sollte: Vermeiden Sie, zu lange im Wasser zu bleiben, und vor allem: Achten Sie darauf, sich nicht zu überanstrengen! Im Extremfall setzen Sie gerade in offenen Gewässern Ihre Sicherheit aufs Spiel. Generell gilt: Sportliches schnelles Schwimmen bringt das Herz-Kreislauf-System in Schwung,  sämtliche Muskelgruppen werden gekräftigt, und das Atmen gegen den Wasserdruck stärkt darüber hinaus die Atemmuskulatur. Langsames, aber dennoch zügiges Schwimmen sorgt für eine gute Kondition und ist generell eine ideale Vorbereitung für den Einstieg in eine andere sportliche Betätigung. Egal, ob schnell oder langsam: Durch das Arbeiten gegen den Wasserdruck spüren Sie Ihren Körper ganz bewusst, das Körpergefühl verbessert sich.

     

    Einfache Aqua-Fitness-Übungen

    Aqua-Fitness-Übungen sind das ideale Training für den gesamten Körper: für Bauch und Rücken ebenso wie für Po, Oberschenkel oder Oberarme. Und: Eine Minute Aqua-Gymnastik bringt so viel wie fünf Minuten Trockenübungen!

    Für die Oberarme

    Ein Tipp vorab: Möchten Sie gezielt Ihre Oberarme trainieren, sollten die Arme bei einer Übung unter Wasser bleiben. Eine Übung, die zu den Basics des Oberarmtrainings gehört: Strecken Sie beide Arme nach vorn, die Daumen zeigen dabei nach unten. Führen Sie nun die Arme auf gleicher Höhe nach hinten. Drehen Sie die Hände langsam, bis die Daumen am Ende nach oben zeigen. Wiederholen Sie die Übung 20 bis 30 Mal. Achten Sie darauf, dass Sie für das Austrecken der Arme im Wasser genug Platz vor, neben und hinter sich haben. 

    Für Bauch und Rücken

    Für die folgende Übung sollte das Wasser so hoch sein, dass Arme und Schultern weitgehend unter Wasser sind. Stellen Sie sich einen halben Meter vom Beckenrand gerade und mit parallel zueinander gestellten Füßen hin. Legen Sie Ihre Hände auf den Beckenrand, beugen Sie die Ellbogen und ziehen Sie Ihren Oberkörper in Richtung Rand. Drücken Sie ihn dann wieder möglichst fest nach hinten. Wiederholen Sie diese Übung mindestens 20 Mal.

    Für Po und Oberschenkel

    Eine einfache Übung zum Training von Po und Oberschenkel: Machen Sie im Wasser abwechselnd mit dem linken und rechten Bein jeweils größere Ausfallschritte, führen Sie dabei den Arm der jeweiligen Seite leicht schwingend seitlich mit. Ihr Körper sollte mindestens bis zur Brust im Wasser sein. Idealerweise schaffen Sie es, auf diese Weise mindestens drei Minuten zu walken.

    Eine Übung für Fortgeschrittene

     Stellen Sie sich mit dem Rücken zur Beckenwand, legen Sie die Arme zum Festhalten auf den Rand. Heben Sie nun das rechte Bein im 90-Grad-Winkel an. Drehen Sie das Knie erst nach rechts —und zwar so stark, wie Sie können; das linke Bein ist Standbein. Dann führen Sie es über das linke Standbein. Wiederholen Sie dies 20 Mal, danach wechseln Sie das Bein und führen die gleiche Übung mit dem anderen Knie durch.

    Bildnachweis

    Alle Bildnachweise sind am Ende des jeweiligen Artikels zu finden, fürs Cover im Impressum der jeweiligen Druckausgabe.

     

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