Adipositas – eine chronische Erkrankung

Nicht nur das hierzulande herrschende Schönheitsideal des Schlankseins setzt Übergewichtige unter Druck, sondern auch die Erkenntnisse der Medizin, dass vor allem starkes Übergewicht ein hohes Risiko für Erkrankungen birgt. Die Fachwelt versteht Adipositas inzwischen jedoch selbst als eigenständige Erkrankung, die sich mit der Zeit verschlechtert, wenn sie nicht ausreichend behandelt wird.

 

Von Dr. Nicole Schaenzler

Das Deutschland des 21. Jahrhunderts hat ein gravierendes Gewichtsproblem: Hierzulande bringen sieben von zehn Männern und fünf von zehn Frauen zu viel Gewicht auf die Waage, wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung ermittelt hat. 23 Prozent der Männer und 24 Prozent der Frauen sind sogar stark übergewichtig. Wer seinem Körper über die Nahrung mehr Fett und Kalorien zuführt, als dieser für den täglichen Energiebedarf benötigt, muss damit rechnen, dass er übergewichtig wird – und damit langfristig seine Gesundheit gefährdet. Denn Übergewicht ist einer der wichtigsten Ursachen etwa für einen Typ-2-Diabetes und die Entstehung von Herzkreislauf-Erkrankungen. Besteht Übergewicht gemeinsam mit Bluthochdruck, erhöhten Blutzucker- und/oder Blutfettwerten, steigt das Risiko für eine Herz- oder Gefäßerkrankung noch einmal um ein Vielfaches – dann sprechen die Ärzte auch vom metabolischen Syndrom. Zudem wird Übergewicht mit Gelenkerkrankungen, Rückenschmerzen, dem Schlafapnoe-Syndrom, der Reflux-Krankheit und fast allen Krebserkrankungen in Verbindung gebracht. Und auch die Psyche schürt: So erkranken Übergewichtige überdurchschnittlich oft an einer Depression.

Richtwert BMI

Welches Körpergewicht in Relation zur Körpergröße der Norm entspricht, wird mithilfe des Body-Mass-Index (BMI) ermittelt. Ein BMI zwischen 20 und 25 (Männer) bzw. 19 und 24 (Frauen) gelten als Normalgewicht, ab einem BMI von über 30 liegt eine Adipositas vor. Aber auch der Körperfettverteilung wird inzwischen eine große Bedeutung gemessen. Studien haben gezeigt, dass vor allem der Fettanteil von Bauch und Taille gesundheitsschädliche Folgen haben können; bauchbetontes Fett (»Apfelform«) gilt sogar als unabhängiger Risikofaktor für eine Herzkreislauf-Erkrankung. Bei der »Birnenform« lagert sich das Fett häufig vornehmlich an Hüften, Po und Oberschenkel an. 

BMI

Body Mass Index = Körpergewicht (in kg) geteilt durch die Körpergröße (m) im Quadrat
* BMI 18-24,9 = Normalgewicht
* BMI 25-29,9 = Übergewicht
* BMI 30-34,5 = Adipositas Grad I
* BMI 35 -39,9 = Adipositas Grad II (Adipositas per magna)
* BMI 40-49,9 = Adipositas Grad III
* BMI größer als 50 = Adipositas Grad IV (Superadipositas)

Erfolglose Diäten und Jo-Jo-Effekt − ein Teufelskreis 

Ob man sein Ernährungsverhalten (und seine Lebensweise) umfassend ändern sollte oder ob es ausreicht, lediglich bestimmte ungünstige Essgewohnheiten durch günstigere zu ersetzen, hängt vor allem davon ab, wie stark das Ergebnis der Waage vom empfohlenen Normalgewicht abweicht. Ersteres liegt nahe, wenn der BMI eine Adipositas anzeigt. Doch vor allem Menschen mit ausgeprägtem Übergewicht tun sich schwer, in Eigenregie abzunehmen und dann ihr Gewicht dauerhaft zu halten. Viele kämpfen bereits seit ihrer Jugend vergeblich gegen ihre Kilos an und sind mittlerweile in einem Teufelskreis aus erfolglosen Diäten und Jo-Jo-Effekt, Frustration und Versagensgefühlen, immer mehr essen und immer mehr wiegen gefangen, aus dem sie ohne professionelle Hilfe nicht mehr gewonnen.Fakt ist: Adipositas ist eine chronische Erkrankung. Deshalb greift auch der Ansatz zu kurz, nur sterben Gewichtsabnahme in den Fokus zu nehmen. Für den sofortigen Erfolg ist ein Krankheitsmanagement wichtig, das mehrere Bausteine ​​umfasst: eine individuell abgestimmte Ernährungsumstellung, mit dem heruntergefahrenen Stoffwechsel auf Trab gebracht und der Grundumsatz wieder gesteigert wird, chronische körperliche Aktivität, die die positiven Effekte der neuen Essgewohnheiten unterstützt – und eine Änderung von Verhaltensweisen, die zum Übergewicht geführt haben – und dies am besten mit ärztlicher Hilfe.Studien bescheinigen der Teilnahme an einem qualifizierten Therapieprogramm Eine Erfolgsquote, das auf der interdisziplinären Zusammenarbeit von Ernährungsmedizinern, Psychologen, Ernährungs- und Bewegungstherapeuten basiert. 

Kaum Unterstützung durch die Krankenkassen

Die Therapie der Adipositas ist nach wie vor keiner Regelleistung der Krankenkassen. Dies hat zur Folge, dass für hilfesuchende Patienten eine strukturierte Grundversorgung kaum vorhanden ist und empfohlene multimodale Therapieprogramme nicht flächendeckend verfügbar sind. Auch die Kostenübernahme für eine Adipositas-OP durch Krankenkassen ist oft eine Einzelfallentscheidung, die häufig umfangreichen Vorleistungen und dem Patienten viel an Geduld und Durchhaltevermögen abverlangt. 

Moderne Adipositaschirurgie: Wann eine OP infrage kommt

Studien bescheinigen der adipositas-chirurgischen Therapie eine hohe Erfolgsquote. sollte eine Operation gut überlegt sein – auch, weil der Eingriff nicht das Ende der Behandlung bedeutet. Im Gegenteil: Mindestens ebenso wichtig ist eine gute – idealerweise lebenslange – Nachbetreuung, wie PD Dr. Johann Spatz und Dr. Zekarias Elias vom Krankenhaus Barmherzige Brüder München im Gespräch mit TOPFIT betonen.

Herr Dr. Spatz, »Mach doch einfach mehr Sport und ernähr' dich gesünder!« – Tipps wie diese stark übergewichtigen Menschen immer wieder hören. Ist das der richtige Ansatz? 

PD Dr. Spatz:  Dieser Ansatz ist weit verbreitet, aber leider das Ergebnis von Vorurteilen und daher auch nicht hilfreich. Tatsächlich ist es immer noch so, dass Adipositas in der Öffentlichkeit häufig als selbstverschuldet missinterpretiert wird. Deshalb werden stark übergewichtige Menschen oft stigmatisiert, diskriminiert und nicht selten auch beruflich benachteiligt. Diese »Selber-Schuld-Haltung«, die den Betroffenen entgegengebracht WIRD, ist weder besonders freundlich noch entspricht sie den wissenschaftlichen Erkenntnissen. Fakt ist: Adipositas ist eine Krankheit, die einer intensiven medizinischen Betreuung bedarf, damit sie gut beherrscht werden kann. 

Herr Dr. Elias, seit wann wird Adipositas als Krankheit anerkannt? 

Dr. Elias:  Die Weltgesundheitsorganisation bezeichnet Adipositas schon seit 2000 als Krankheit. Hierzulande hat es zwei Jahrzehnte länger gedauert, bis die Adipositas offiziell als eigenständige Erkrankung anerkannt wurde. Der Aufklärungsbedarf ist jedoch weiterhin groß. So ist z. B. nach wie vor kaum bekannt, dass Adipositas durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren entsteht. Zudem wissen viele nicht, dass krankhaftes Übergewicht weitere schwere Gesundheitsprobleme wie Diabetes, Bluthochdruck und andere Erkrankungen zur Folge haben können. Vor allem aber ist Adipositas eine chronische Erkrankung, sie besteht auch letztendlich ein Leben lang.Wie IST Eine notwendigerweise mehrgleisige Therapiestrategie, die an den Ursachen ansetzt und individuell auf den Patienten abgestimmt ist, sodass es ihm im Idealfall gelingt,

Welche Therapien kommen infrage?

PD Dr. Spatz:  Die moderne Adipositastherapie setzt auf einen mehrstufigen Behandlungsplan mit zwei übergeordneten Bausteinen: der konservativen – multimodal ausgerichteten – Therapiestrategie und der adipositaschirurgischen Therapie. Anders als die konservative Therapiestrategie, die als Basistherapie verstanden WIRD, steht die Adipositaschirurgie nicht für sich allein, sondern sie ist praktisch immer in ein Behandlungskonzept eingebunden. Ganz wichtig für den Behandlungserfolg des Eingriffs ist dabei nicht nur die präoperative Betreuung, sondern auch die Anschlussbehandlung, die der Patient am besten nicht nur einige Monate, sondern Jahre nach erfolgtem Eingriff in Anspruch nimmt.

Welche Ziele strebt die Therapie an?

Dr. Elias:  Hauptziel ist natürlich eine Reduzierung des Körpergewichts, das dann möglichst dauerhaft gehalten werden kann. Oft kommen weitere Behandlungsziele hinzu, etwa die Verbesserung bereits bestehender Begleiterkrankungen oder die Verringerung von Risikofaktoren. In unserem Haus orientieren sich Konzept und Ziele der Behandlung jedoch nicht nur am Krankheitsbild, sondern auch an den Bedürfnissen des Patienten. Denn bei all unseren Bemühungen, die körperliche Gesundheit wie wieder herzustellen, geht es immer auch um eine Verbesserung seiner Lebensqualität.

Was bedeutet »multimodale Therapie«?

PD Dr. Spatz:  Die konservative Therapiestrategie ist multimodal konzipiert, dh sie beruht nicht auf einer einzelnen Behandlung, sondern auf einem unterschiedlichen Therapieformen: auf einer Ernährungstherapie in mit einer Bewegungs- und einer Verhaltenstherapie. Ein solches Programm bietet das Zentrum für Ernährungsmedizin und Prävention (ZEP) am Krankenhaus Barmherzige Brüder Patienten mit einem BMI von mehr als 30 an. Denn die Erfahrung zeigt, dass es bei einem BMI über 30 schwerer für den Betroffenen WIRD erreicht, eine nachhaltige Gewichtsreduktion ohne fachliche Unterstützung zu.Ein ganzes Jahr lang werden die Patienten von einem erfahrenen interdisziplinären Team aus Ernährungsmedizinern, Ökotrophologen, Diätassistenten, Psychologen und Bewegungstherapeuten betreut. Studien belegen, dass das Programm,

Für wen kommt eine adipositas-chirurgische Therapie in Frage?

Dr. Elias:  Diese Frage ist in Deutschland in einer medizinischen Leitlinie geregelt. Danach WIRD der adipositaschirurgische Eingriff bei einem BMI über 40 zur Therapieoption – vorausgesetzt, der Patient hat bereits alle konservativen Maßnahmen der Adipositas-Therapie durchlaufen, ohne dass auf diese Weise eine ausreichende Gewichtsabnahme erzielt werden konnte. Leidet der Patient unter einer Folgeerkrankung, z. B. einem Typ-2-Diabetes, kann auch ein BMI zwischen 35 und 40 bereits eine Indikation für die operative Behandlung sein. Aber auch hier gilt in der Regel, dass alle sonstigen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten einer Gewichtsreduktion erfasst wurden, die jedoch nicht zum Erfolg führten. Bei einem BMI von mehr als 50 sieht die Leitlinie vor,dass eine bariatrische Operation auch ohne vorherige konservative Gewichtsreduktionstherapie durchgeführt werden kann. Soweit die Vorgaben der medizinischen Fachgesellschaften. Gleichwohl sollte jeder Eingriff gut überlegt sein, auch wenn eine klare medizinische Indikation besteht. Deshalb besprechen wir erst einmal im Rahmen unseres interdisziplinären Adipositasboards, ob wir alle gemeinsam der Auffassung sind, dass der Patient von einer adipositaschirurgischen Therapie auch wirklich gefordert wird. Darüber hinaus kann sich der Patient in unserer Adipositas-Sprechstunde eingehend beraten lassen.Deshalb besprechen wir erst einmal im Rahmen unseres interdisziplinären Adipositasboards, ob wir alle gemeinsam der Auffassung sind, dass der Patient von einer adipositaschirurgischen Therapie auch wirklich gefordert wird. Darüber hinaus kann sich der Patient in unserer Adipositas-Sprechstunde eingehend beraten lassen. Deshalb besprechen wir erst einmal im Rahmen unseres interdisziplinären Adipositasboards, ob wir alle gemeinsam der Auffassung sind, dass der Patient von einer adipositaschirurgischen Therapie auch wirklich gefordert wird. Darüber hinaus kann sich der Patient in unserer Adipositas-Sprechstunde eingehend beraten lassen.

Was müssen Patienten, wenn sie sich für eine adipositaschirurgische Therapie entscheiden?

PD Dr. Spatz:  Eine adipositaschirurgische Therapie zieht immer eine weitreichende Umstellung des Essverhaltens nach sich und verändert das Leben überhaupt in vielerlei Hinsicht. Eine stabile Psyche ist eine wichtige Voraussetzung, um mit den Veränderungen gut zurechtzukommen. Zudem sollte sich der Patient darüber im Klaren sein, dass die regelmäßige Nachsorge Teil der Therapie ist – am besten als eine Betreuung auf Lebenszeit. Eine solche Betreuung wird in unserem Haus über das ZEP-Team gewährleistet.

Kann der Eingriff minimalinvasiv durchgeführt werden?

Dr. Elias:  Wir führen sämtliche Eingriffe im Rahmen einer Bauchspiegelung durch. Diese minimal-invasive Vorgehensweise hat für den Patienten viele Vorteile: Die Operation ist schonender, das Risiko für gewisse ist geringer und die Rekonvaleszenz ist kürzer als bei den früher üblichen »offenen« Operationen. Die Patienten können das Krankenhaus nach wenigen Tagen wieder verlassen. Doch auch wenn Operationen wie der Schlauchmagen oder Magenbypass mittlerweile zu den Standardmethoden der Adipositaschirurgie gehören – die Expertise des erfahrenen Chirurgenteams ist für den Behandlungserfolg mindestens ebenso wichtig. 

Wie hoch ist die Erfolgsquote?

PD Dr. Spatz:  Studien belegen eindrucksvoll, dass sich mithilfe der Chirurgie eine Gewichtsreduktion von bis zu zwei Drittel des Übergewichts erreichen lässt. Hinzu kommen die zahlreichen positiven Effekte auf die Gesundheit. Aber wie schon gesagt: Damit der Therapieerfolg von Dauer ist, ist eine Langzeitbetreuung durch erfahrene Ernährungsmediziner unverzichtbar.  

Verbessern sich durch die adipositaschirurgische Therapie auch Begleiterkrankungen?

PD Dr. Spatz:  Ja, jede adipositaschirurgische Therapie hat immer auch günstige metabolische Auswirkungen auf den Zucker- und Fettstoffwechsel der Patienten. Ganz besonders deutlich zeigt sich diese positive Wirkung, wenn ein Typ 2-Diabetes besteht: In diesem Fall besteht die Aussicht, dass wir den Diabetes mit der Operation zu nahezu 100 Prozent heilen können. Aber auch andere, mit der Adipositas vergesellschafteten Folge- bzw. Begleiterkrankungen lassen sich durch den Eingriff nachhaltig verbessern. Diese therapeutischen Effekte sind auch wissenschaftlich belegt.

Was raten Sie einem Patienten, der sich operieren lassen möchte, ohne dass eine medizinische Indikation besteht?

Dr. Elias:  Ist eine adipositaschirurgische Therapie aus medizinischer Sicht nicht sinnvoll, empfehlen wir, sich an unser Zentrum für Ernährungsmedizin und Prävention ZEP zu wenden. Hier kann der Patient an einem ärztlich überwachten und psychologisch geführten Programmen zur Gewichtsreduktion teilnehmen, die sich, wie schon gesagt, in vielen besten Fällen bewährt haben.

 

Zu den Personen

Privatdozent Dr. med. Johann Spatz ist Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Krankenhaus Barmherzige Brüder München, Oberarzt Dr. Zekarias Elias ist Koordinator der Adipositaschirurgie. Die beiden Fachärzte verfügen über eine langjährige Erfahrung auf ihrem Gebiet und führen sämtliche etablierten Verfahren der Adipositaschirurgie und metabolischen Chirurgie durch. Die Adipositaschirurgie arbeitet interdisziplinär mit dem Zentrum für Ernährungsmedizin und Prävention ZEP des Departments der Inneren Medizin I zusammen, das als »Schwerpunktpraxis Ernährungsmedizin« durch den Bundesverband Deutscher Ernährungsmediziner (BDEM) zertifiziert ist. 

Nähere Infos:  www.barmherzige-muenchen.de

 

Bewährte OP-Methoden

Im Krankenhaus Barmherzige Brüder München werden alle etablierten OP-Verfahren zur Behandlung von Adipositas von einem erfahrenen Chirurgenteam durchgeführt; als Goldstandard Vergoldungsmatrize minimal-invasive Vorgehensweise. Allen Methoden ist gemeinsam, dass mit ihnen ein Gewichtsverlust von 60 bis 70 Prozent des Übergewichts erreicht werden kann. Wichtig ist eine lebenslange Nachsorge: So ist am ehesten gewährleistet, dass mögliche voraussichtlich erwartet werden und das neue Gewicht länger gehalten werden kann. 

Schlauchmagen

Für die Bildung eines Schlauchmagens wird ein Großteil des Magens so entfernt, dass ein schlauchförmiger Restmagen verbleibt. In den entfernten Magenanteilen liegen auch die Zellen, die für die Produktion von Ghrelin verantwortlich sind, das auch »Hungerhormon« genannt WIRD. Durch die Entfernung dieser Zellen nimmt der Appetit ab. Die Magenverkleinerung selbst bewirkt, dass eine Sättigung bereits nach einer günstigen Nahrungsmenge eintritt. 

Magenbypass-Betrieb

Bei der Magenbypass-Operation werden zwei Effekte miteinander kombiniert: die der Restriktion, also die Verringerung der Nahrungszufuhr, und die der Malabsorption, d. h. einer reduzierten Nahrungsverwertung. Die Restriktion wird durch eine Verkleinerung des Magens erreicht, sodass nur noch ein kleinerer Vormagen (Pouch) mit etwa 30 Milliliter Volumen verbleibt. Dieser Beutel wirkt wie eine »Bremse«: Es werden wesentlich kleinere Nahrungsmengen aufgenommen, ein Sättigungsgefühl tritt deutlich früher ein. Für die Malabsorption wird der Dünndarm chirurgisch umgeleitet (»Bypass«). Dadurch werden die Verdauungssäfte aus Galle und Bauchspeicheldrüse erst später zugeleitet.Die Verkürzung des Verdauungswegs hat zur Folge, dass der Körper nun sehr viel weniger Nährstoffe und Kalorien aus der Nahrung aufnimmt. 

Omega-Loop-Bypass

Der Omega-Loop-Bypass wird auch Mini-Bypass genannt und ist eine Variante des klassischen Magenbypasses. Auch diese Technik nutzt die Effekte der Restriktion und Malabsorption, doch ist der gebildete Magenpouch deutlich länger, und es wird eine neue Verbindung zum Dünndarm geschaffen (Anastomose), ohne dass dieser durchtrennt WIRD.

 

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